Spargel: Wissenswertes übers edle Gemüse | Einfach gut kochen
Wissenswertes über grünen Spargel und weißen Spargel

Spargel: Wissenswertes übers edle Gemüse

Die Spargelsaison ist eröffnet!

Bis Ende Juni feiert das essbare Elfenbein, so eine der zahlreichen charmanten Umschreibungen von Spargel, bei uns Hochsaison. Hierzu passend haben wir wissenswerte und skurrile Fakten über den beliebten kulinarischen Frühlingsboten für euch zusammengefasst.

Ab etwa Mitte April bis zum 24. Juni wird in Deutschland Spargel gestochen. Danach ist Schluss. Warum die Spargelsaison traditionell am Johannistag endet? Damit das Stangengemüse noch ausreichend Zeit zur Regeneration hat, um im folgenden Jahr wieder eine ertragreiche Ernte zu liefern. Denn von eben diesem Johannistag, benannt übrigens nach dem Hochfest der Geburt des heiligen Johannes’ des Täufers, bis um ersten Frost vergehen in der Regel noch mindestens 100 Tage. Zeit, die der Spargel benötigt, um sich auf die kalten Monate vorzubereiten – und im Folgejahr wieder jede Menge Triebe zu bilden, die dann auf unserem Teller landen. Ganz egal, ob es sich dabei um weißen, grünen oder violetten Spargel handelt. Apropos:

Weißer Spargel – grüner Spargel: Was sind eigentlich die Unterschiede?

In einem Satz zusammengefasst: Weißer Spargel wächst in Dämmen, also unter der Erde und ohne Zufuhr von Sonnenlicht – grüner hingegen gedeiht überirdisch und bildet für die Photosynthese Chlorophyll. Und das wiederum verleiht dem grünen Spargel seine charakteristische Farbe. In Frankreich sehr beliebt ist auch der violette Spargel: Nachdem das Köpfchen des weißen Spargels durch die Erddecke gestoßen ist und Tageslicht tankt, färbt sich der Spargel violett. Dann erst wird er geerntet. Rein theoretisch lassen sich aus weißem Spargel also auch violette und grüne Triebe züchten. Jedoch gibt es mittlerweile diverse Sorten, die speziell für den Anbau von weißem bzw. grünem und violetten Spargel gezüchtet wurden.

Übrigens: Bis zum ersten Mal Spargel geerntet werden kann, dauert’s drei Jahre. Nur einer der Gründe, weshalb der Asparagus officinalis – so der botanische Name von Gemüsespargel – auch als Edelgemüse bezeichnet wird. Ganz vorn in Sachen Spargelanbau in Deutschland liegt dabei Bayern mit insgesamt 370 Betrieben, auf Platz zwei landet Niedersachsen mit 355 Betrieben und auf Platz drei Nordrhein-Westfalen mit 309 Betrieben.

Auch wenn grüner Spargel hierzulande immer mehr Fans das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt: Des Deutschen liebster Spargel ist weiß, auch Bleichspargel genannt. In den USA wiederum ist diese Art nahezu unbekannt. Dort landet fast ausschließlich die grüne Variante auf dem Teller. Gesund sind in jedem Fall alle drei, wobei der grüne Spargel i.d.R. dank der Photosynthese mehr Vitamine als seine hellen und violetten Verwandten besitzt. Praktisch: Anders als weißer muss grüner Spargel in den meisten Fällen nicht geschält werden, weil seine Triebe nur eine dünne, problemlos mitessbare Haut bildet. Dafür wird weißer Spargel, ausreichend gegart, butterweich, während grüner Spargel stets recht bissfest bleibt.

Spargel: Warum riecht der Urin nach dem Essen?

Für rund 40 Prozent aller Menschen kein unbekanntes Phänomen: Wer nach dem Spargelessen auf Toilette geht, den erwartet ein zum Teil beißender Uringeruch. Grund hierfür ist die im Spargel enthaltene Carbonsäure Asparagusinsäure C4H6O2S2: Die Abbauprodukte dieser Schwefelverbindung werden im Körper verstoffwechselt und anschließend im Urin ausgeschieden. Doch keine Sorge, der Geruch mag störend sein, schließlich erinnert er an das Sekret von Stinktieren, ist aber gesundheitlich völlig unbedenklich. Zur Beruhigung – frei nach dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“: Nahezu jeder Zweite besitzt das Gen, das die Asparagussäure in schwefelhaltige Stoffe zersetzt und den Urin schwefelartig riechen lässt.

Spargel: Viel Power – wenig Kalorien

Sich davon abschrecken lassen, sollte sich jedoch keiner. Schließlich sind die Stangen, die auch heute noch als weißes Gold bezeichnet werden, weil sie einst nur den Adligen vorbehalten waren, randvoll mit guten Inhaltsstoffen: In ihnen steckt in erster Linie viel Kalium, das entwässernd wirkt. Prima, nicht nur bei Detox- und Entgiftungskuren, sondern auch bei Diäten. Denn mit gerade mal 20 Kalorien pro 100 g zählt Spargel zu den echten Leichtgewichten in der Küche. Darüber hinaus punktet das Gemüse mit vielen Vitaminen, wie beispielsweise Vitamin A, B1, B2, B3, C und E, sowie Phosphor, Calcium und Natrium. Außerdem wird dem Spargel nachgesagt, er mache „müde Männer wieder munter“ und sei potenzsteigernd sowie aphrodisierend.

Spargel: Roh oder gekocht?

Auch in Sachen Garmethoden ist Spargel ein echter Tausendsassa: Während die einen die Stangen am liebsten roh knabbern, schwören andere auf die gekochte Variante. Übrigens: Anders als noch vor ein paar Jahren muss dem Kochwasser heutzutage kein Zucker beigegeben werden. Die aktuellen Spargelsorten enthalten so gut wie keine Bitterstoffe mehr. Daher reicht eine Prise Salz im Wasser völlig aus. Apropos: Wie lange sollten die Stangen eigentlich vor sich hin köcheln? Auch hier gilt: Alles eine Frage des Geschmacks bzw. der Dicke der einzelnen Spargelstangen. Als ungefähre Faustformel gilt: Dünne geschälte Stangen benötigen etwa 5 Minuten Kochzeit, dicke hingegen rund 15 Minuten. Serviert mit einer klassischen Soße Hollandaise, einer Prise Butter oder – erfrischend! – mit Erdbeeren ein Gedicht!

Läuft euch auch gerade das Wasser im Mund zusammen? Uns geht’s genauso. Deshalb stürmen wir jetzt auf den Markt und kaufen unser liebstes Frühlingsgemüse in rauen Mengen. Denn auch wenn’s bis zum 24. Juni, dem Spargelsilvester, noch ein bisschen dauert – von Spargel bekommen wir nicht genug!

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