Lebensmittel einfrieren: So geht's! | Einfach gut kochen
Lebensmittel richtig einfrieren

Lebensmittel einfrieren

Was funktioniert und was nicht?

Ihr habt etwas zu viel von einem leckeren Gericht gekocht oder ihr fahrt in den Urlaub und der Kühlschrank ist noch gut gefüllt? Keine Sorge, fast alle Lebensmittel könnt ihr einfrieren. So habt ihr zu einem späteren Zeitpunkt einen Vorrat parat und müsst eure übrig gebliebenen Leckereien nicht entsorgen.

Damit Nährstoffe, Konsistenz und vor allem der Geschmack eurer Vorräte weitestgehend erhalten bleiben, solltet ihr lediglich ein paar Dinge beachten. Wir verraten euch, worauf es beim Einfrieren und beim Auftauen von Lebensmitteln ankommt.

Welche Lebensmittel lassen sich einfrieren?

Obst

Einige Obstsorten lassen sich besser einfrieren als andere, auch wenn die Konsistenz der Früchte durchs Einfrieren immer etwas leidet.

Das funktioniert gut:

  • Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche (halbiert und entsteint)
  • Beeren, vor allem Heidelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und auch Erdbeeren, wenn sie danach in Speisen oder zu Pürees und Saucen weiterverarbeitet werden
  • Rhabarber, geschält und in Stücke geschnitten

Das lasst ihr lieber sein:

  • Wassermelonen, Trauben, rohe Äpfel und Birnen und andere wasserreiche Obstsorten, da diese beim Auftauen sehr weich werden

Gemüse

Bei einigen Sorten empfehlen wir euch, das Gemüse vor dem Einfrieren zu blanchieren (kurz in kochendes und dann in eiskaltes Wasser geben). Dadurch werden Enzyme zerstört, die Geschmack, Farbe und Konsistenz verändern können.

Das funktioniert gut:

  • Pilze und Zucchini im Rohzustand, gut geputzt und in Stücke geschnitten
  • Frische Kräuter, gehackt
  • Blumenkohl, Brokkoli, Möhren, Erbsen, Kohl, grüne Bohnen und Schoten: wenn sie kurz blanchiert werden

Das lasst ihr lieber sein:

  • Blattsalate, Tomaten, Gurken, Radieschen, rohe Kartoffeln und Zwiebeln.

Milchprodukte

Je höher der Fettgehalt, desto besser lassen sich Milchprodukte einfrieren. Bei Käse ist der Feuchtigkeitsgehalt entscheidend.

Das funktioniert gut:

  • Butter
  • Hartkäse wie Parmesan und Schnittkäse, beide am besten gerieben oder im Stück

Das lasst ihr lieber sein:

  • Milch, saure Sahne, Joghurt und Crème Fraîche: Diese Produkte flocken beim Auftauen aus.
  • Weichkäse und Frischkäse, die aufgrund ihrer Feuchtigkeit schnell matschig werden.

Backwaren und Kuchen

Das funktioniert gut:

  • Brot, Gebäck und Kuchen
  • Roher Kuchenteig, portionsweise

Das lasst ihr lieber sein:

  • Sahnetorten

Fisch und Fleisch

Das funktioniert gut:

  • Rohes, frisches Fleisch und Fisch. Hier gilt: je magerer desto besser, denn Fett reagiert mit Sauerstoff und macht Fleisch und Fisch schneller ranzig.

Das lasst ihr lieber sein:

  • Fleisch und Fisch in gewürztem oder mariniertem Zustand und nicht mehr ganz frische Ware.

Eier

Das funktioniert gut:

  • Rohe Eier: aufschlagen und dann entweder Eiweiß und Eigelb zusammen oder getrennt einfrieren.

Das lasst ihr lieber sein:

  • Rohe Eier als Ganzes in der Schale, denn diese würde platzen.
  • Hartgekochte Eier

Fertig gekochte Gerichte

Eintöpfe, Suppen, Nudel- und Reisgerichte, Kompotte oder Saucen lassen sich ebenfalls gut einfrieren. Ihr solltet die Speisen allerdings gut abkühlen lassen, bevor ihr sie in einer fest schließenden Box oder portionsweise in Gefrierbeuteln einfriert.

Tipps und Tricks zum Einfrieren: Das solltet ihr beachten

  • Nahrungsmittel sollten immer so frisch wie möglich sein.
  • Obst und Gemüse vor dem Einfrieren putzen, waschen und eventuell schälen und kleinschneiden.
  • Lebensmittel zum Einfrieren immer luftdicht verpacken.
  • Besonders gut eignen sich dafür spezielle Gefrierbeutel, fest schließende Kunststoffdosen und kältebeständiges Glas. Joghurtbecher und Originalverpackungen lieber nicht verwenden.
  • Beutel und Folien aus hygienischen Gründen nur einmal benutzen.
  • Vor dem Verschließen von Beuteln und Co. die Luft gut herausstreichen.
  • Beschriften nicht vergessen! Damit ihr nicht den Überblick verliert, notiert euch auf der Packung den Inhalt und das Einfrierdatum.

Was ist eigentlich Gefrierbrand?

Sind Nahrungsmittel nicht luftdicht verpackt oder die Temperaturen im Gefrierfach schwanken stark, dann kann Gefrierbrand entstehen. Dabei kommt zu viel Sauerstoff an das Produkt und die Lebensmittel trocknen aus. Diese Stellen erkennt ihr an weißen Verfärbungen. Das ist zwar nicht gesundheitsschädlich, schmeckt allerdings nicht mehr besonders gut.

Wie lange sind eingefrorene Lebensmittel haltbar?

Eingefrorene Lebensmittel sind sehr unterschiedlich lange haltbar.

  • Mageres Fleisch wie Rind, Kalb und Hähnchen könnt ihr bis zu zehn Monate einfrieren, fetteres Fleisch wie Schwein bis zu sechs Monate. Das empfindlichere Hackfleisch hält sich bis zu drei Monate.
  • Käse ist je nach Sorte zwei bis sechs Monate haltbar, Butter bis zu zehn.
  • Blanchiertes Gemüse hält sich tiefgefroren sechs bis zwölf Monate, Kräuter ebenso.
  • Obst wie Beeren könnt ihr rund zehn Monate einfrieren.
  • Tiefgefrorene, aufgeschlagene Eier sind acht bis zehn Monate haltbar, nur das Eiklar sogar noch ein wenig länger.
  • Brot, Gebäck und Kuchen könnt ihr bis zu vier Monte lang einfrieren.

Gut zu wissen: Seid ihr euch nicht sicher, macht lieber immer erst einen optischen und dann den Geruchs- und Geschmackstest und verzehrt nur Produkte, die euch einwandfrei erscheinen.

Lebensmittel richtig auftauen: So gelingt es

  • Brot, Brötchen und Kuchen zuerst bei Zimmertemperatur antauen lassen und dann bei 160°C für einige Minuten im vorgeheizten Backofen, Brotscheiben im Toaster, backen.
  • Gemüse könnt ihr auch tiefgefroren verarbeiten: einfach direkt zum Garen in den Topf oder zum Braten in die Pfanne geben.
  • Obst für Kompotte oder als Zutat für Kuchen könnt ihr ebenfalls gefroren verwenden. Wollt ihr es pur essen, dann langsam im Kühlschrank auftauen.
  • Große Fleischstücke und Fisch im Ganzen solltet ihr ebenfalls abgedeckt im Kühlschrank auftauen.
  • Fisch in Stücken und Meeresfrüchte könnt ihr gefroren verarbeiten.
  • Kleinere Fleischstücke lassen sich ebenfalls tiefgefroren braten, dann sollte die Temperatur aber nicht zu hoch sein, sonst verbrennt das Fleisch.
  • Vermeidet ein Auftauen von Fleisch und Fisch auf der Heizung: Durch die Wärme vermehren sich Bakterien besonders schnell. Die entstehende Flüssigkeit immer gleich abgießen und entsorgen.

Gut zu wissen: Das Einfrieren unterbricht das Wachstum von Keimen und Bakterien nur, aber tötet sie nicht vollständig ab. Daher solltet ihr alle aufgetauten Lebensmittel zeitnah weiterverarbeiten und vor allem Fleisch und Fisch sowie Eier nach dem Auftauen gut erhitzen.

Darf ich aufgetaute Lebensmittel noch einmal einfrieren?

Sind die Lebensmittel vom Aussehen, Geruch und Geschmack her einwandfrei, spricht prinzipiell nichts dagegen, sie auch ein zweites Mal einzufrieren. Dies gilt vor allem für gekochte Gerichte und Backwaren. Qualität und Geschmack können dadurch aber weiter leiden. Vorsichtig solltet ihr bei Fleisch und Fisch sein: Aus Hygienegründen lieber nicht noch einmal einfrieren, sondern erst braten oder verarbeiten.

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