Internationale kulinarische Weihnachtsbräuche | Einfach gut kochen
Internationale Weihnachtsbräuche Traditionen

Internationale kulinarische Weihnachtsbräuche

Andere Länder – andere Sitten. Wir haben für euch sprichwörtlich über den berühmten Tellerrand geschaut und mal bei unseren internationalen Nachbarn nachgefragt, welche kulinarischen Weihnachtsbräuche dort Tradition sind.

Gehört ihr zur Fraktion Weihnachtsgans – oder kommt euch an Heilig Abend ein anderer Klassiker, Würstchen mit Kartoffelsalat, auf den Teller? Für rund Zweidrittel aller Deutschen DAS obligatorische Mahl unterm Weihnachtsbaum. Doch völlig egal, ob opulentes Gänge-Menü oder schnelles Gericht, Kalorien, sind sich Umfragen zufolge wirklich alle einig, sind an diesen besinnlichen Feiertagen unbedeutende Zahlen. Aber nicht nur wir lieben es, während der Feiertage sorglos zu schlemmen, auch in den meisten anderen Ländern geht es an Weihnachten üppig zu:

Weihnachtsessen in Skandinavien

Zur klassischen vorweihnachtlichen Tradition gehört hier der Julkuchen – eine gebäckähnliche Süßspeise, die in Schweden mit Zucker und Zimt, in Dänemark hingegen mit kandierten Früchten verfeinert wird. An Weihnachten selber ist das Julbord, ein reich gedecktes Buffet, absolutes Must-have. Darauf zu finden: Schweinebraten, Geflügel, mit Zucker angebratene Kartoffeln, Rotkohl, Schweinefußsülze, Fisch und natürlich Julkorv, eine mit vielen Gewürzen verfeinerte Bratwurst. Zum Dessert darf der legendäre Ris a la mande (auch Risengrød bzw. Risgrynsgröt genannt), ein Milchreis mit viel Sahne, gehackten Mandeln und einer süß-saftigen Kirschgrütze, nicht fehlen. Wer in seiner Portion die im Reis versteckte Mandel findet, dem wird im kommenden Jahr viel Glück prophezeit.

Weihnachtsessen in Brasilien

Anders als bei uns heißt es an Weihnachten in Brasilien Bikini ¬– statt Wollpullover. Schließlich lädt das Meer in der Zeit von Oktober bis Januar mit rund 26 Grad warmem Wasser geradezu zu langen Nächten am Strand ein. Gegessen wird an Heilig Abend daher auch spät, erst gegen Mitternacht. Ein unbedingtes Muss auf dem Weihnachtstisch ist gebackener Truthahn, der zusammen mit exotischen Früchten und Nüssen zubereitet wird. Dazu gibt’s nicht nur jede Menge klassische Beilagen wie Reis und Salate, sondern auch Grünkohl. Ja, richtig gelesen. Allerdings wird für dieser für die brasilianische Version, bekannt unter dem Namen Couve Mineira, mit reichlich Knoblauch zubereitet. Dazu wird üblicherweise Farofa serviert – eine Beilage aus geröstetem Maniokmehl.

Weihnachtsessen in Italien

Als streng katholisches Land verzichten viele Italiener an Heilig Abend auf Fleisch. Stattdessen kommen viel frischer Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch, die – man ahnt es schon – zusammen mit Pasta serviert werden. Üppiger geht es hingegen am ersten Weihnachtsfeiertag zu: Dann startet bereits am späten Nachmittag das reichhaltige Menü, das in der Regel mit einer Minestra maritata, einer Hühnerbrühe mit viel Gemüse, eingeläutet wird. Es folgen Huhn, Lamm Würstchen, Gemüse, selbstverständlich Pasta in allen erdenklichen Varianten und Formen. Bevor Schleckermäulchen später abends bei frischem Panettone auf ihre Kosten kommen, fließen viel Rotwein, Prosecco und Kaffee. Ebenfalls typisch italienisch: süße Liköre wie beispielsweise ein zitroniger Limoncello und ein nussiger Nocino.

Weihnachtsessen in Russland

Heilig Abend wird hier, im größten Land der Erde, nicht am 24.12. gefeiert, sondern 13 Tage später – am 6.1. Vorher fasten viele der orthodoxen Christen 40 Tage lang. Trotzdem geht’s an den Feiertagen außerordentlich üppig zu: Die Weihnachtsgans ist auch im 17 Millionen Quadratkilometer großen Staat ein absoluter Klassiker, der nicht auf der Festtafel fehlen darf. Die Krönung ist schließlich das Dessert – ein traditioneller Brei aus Getreide und Honig namens Kutya, der grundsätzlich von allen aus einer gemeinsamen Schale gegessen wird. Das Getreide steht für Hoffnung und Unsterblichkeit, der Honig für Glück und Erfolg. Auch am 7. Januar geht’s lukullisch weiter: In Gedenken an die zwölf Apostel wird ein zwölfgängiges Festmahl angerichtet, bei dem sicher auch die Russen aufs Kalorienzählen verzichten.

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