Kleiner Tee-Guide: So schmecken Früchtetee, Kräutertee & Co.
Wissen Tee

Kleiner Tee-Guide

Welcher Tee passt zu mir?

Schwarz, rot und grün – nein, es geht nicht um Politik – sind die am häufigsten in der Teekanne landenden Teesorten. Aber welcher Tee zeichnet sich durch welche Eigenschaften aus? Und welches Heißgetränk passt zu welchem Geschmack? Wir klären auf – und liefern euch in unserem kleinen Teeguide Antworten auf Fragen wie diese.

And the winner is… Ostfriesland! Gäbe es einen Oscar für den höchsten Pro-Kopf-Tee-Konsum, würde die Trophäe in den Nordwesten Deutschlands wandern. Rund 300 – in Worten: dreihundert! – Liter trinkt jeder Ostfriese durchschnittlich pro Jahr. Weltrekord! Selbst klassische Teetrinkländer wie Kuwait, mit einem jährlichen 295 Litern Pro-Kopf-Tee-Konsum an der Spitze der Weltrangliste, Irland (242 Liter), Afghanistan (229 Liter), die Türkei (221 Liter) sowie Großbritannien (213 Liter) sehen dagegen alt aus. Während der Ostfriese seinen Tee, in der Regel eine Mischung aus kräftigen Assamsorten, mit „Kluntje“ (Kandis) und einer „Wulkje“ aus Sahne genießt, steht Früchtetee beim Durchschnittsdeutschen seit Jahren hoch im Kurs – dicht gefolgt von schwarzem Tee, Kräutertee, grünem Tee und Rotbuschtee, dem Rooibos.

Platz 1: Früchtetee

Unangefochtener Spitzenreiter in Deutschland ist Früchtetee: Etwa 55 Prozent alle Befragten einer Statistia-Umfrage aus dem Jahr 2017 gaben an, dass sie gerne Früchtetee trinken. Bei dem beliebten Getränk handelt es sich nach dem Lebensmittelrecht jedoch streng genommen nicht um einen klassischen Tee, sondern lediglich um ein teeähnliches Aufgussgetränk. Werden getrocknete Pflanzenteile, wie beispielsweise Früchte oder Fruchtteile, mit kochendem Wasser überzogen und ein paar Minuten ziehen gelassen, entfaltet sogenannter Früchtetee am besten seinen Geschmack. Zu den beliebtesten Zutaten in Früchtetees, meist eine Mischung aus verschiedenen Früchten, zählen:

Heimische Früchte (wie beispielsweise Hagebutte, Apfel, Erdbeere, Himbeere, Holunderbeere) wie auch (sub-)tropische Zutaten (zum Beispiel Hibiskus, Orange, Zitrone). Geschmack und Geruch werden maßgeblich durch die enthaltenen ätherischen Öle sowie die z. T. zugesetzten Aromen beeinflusst: Je länger der Tee zieht, desto fruchtiger sind auch Farbe und Geschmack des Früchtetees.

Platz 2: Schwarzer Tee

Basis jeder Schwarzteesorte ist die Teepflanze: Nachdem die frischen Blätter geerntet wurden und gewelkt sind, werden sie gerollt, um die Zellwände aufzubrechen und die ätherischen Öle bestmöglich freizusetzen, bei konstant 30 Grad fermentiert und abschließend getrocknet. Entgegen seiner Bezeichnung ist schwarzer Tee jedoch nicht schwarz, sondern kupferfarbig bis bräunlich. Angebaut wird die Teepflanze ausschließlich in tropischen und subtropischen Zonen. Die Erntezeit variiert: Südamerikanische Teesorten werden gewöhnlich im Winter geerntet, europäische und afrikanische im Frühsommer, asiatische im Frühling. Schwarzer Tee wirkt dank seines Koffeins als perfekter Wachmacher: Je länger er zieht, desto höher ist auch sein Koffeingehalt. Zu den bekanntesten Sorten zählen Darjeeling (Nordindien), Assam (Nordostindien), Ceylon (Sri Lanka) und Keemun (China). Der Geschmack von Schwarztee reicht von blumig und mild (Darjeeling) über malzig und würzig (Ceylon) bis hin zu kräftig und stark (Assam).

Platz 3: Kräutertee

Streng genommen handelt es sich nach dem Lebensmittelrecht bei aus verschiedenen Kräutern bestehenden Sorten nicht um einen Tee, sondern um ein teeähnliches Aufgussgetränk. Hierfür werden wahlweise frische oder getrocknete Pflanzenteile mit kochendem Wasser aufgegossen (etwa ein gehäufter Teelöffel bzw. ein Teebeutel pro Tasse), kurz ziehen gelassen und anschließend getrunken. Zu den wohl bekanntesten Kräuterteesorten zählen Pfefferminz-, Fenchel-, Kamillen-, Salbeitee und Mischungen aus verschiedenen getrockneten Kräutern. Hauptsächlich für den Geschmack verantwortlich sind die in jeder Pflanze enthaltenen ätherischen Öle. Kräutertee ist mit Ausnahme des aus Südamerika stammenden Matetees, ein Aufgussgetränk aus den Blättern des Matestrauchs Ilex paraguariensis, koffeinfrei.

Die enthaltenen ätherischen Öle können jedoch eine anregende Wirkung (Rosmarintee) haben bzw. beruhigen (Kamillenblütentee), entkrampfen (Anistee), desinfizieren (Salbeitee) oder auch entwässern (Brennesseltee).

Platz 4: Grüner Tee

Ebenso wie beim schwarzen Tee werden die Teeblätter auch bei der grünen Schwester von einer Teepflanze der Pflanzengattung Camellia geerntet. Der große Unterschied zum schwarzen Tee besteht jedoch darin, dass die Teeblätter nicht fermentiert werden. Das heißt: Nach der Ernte und dem Welken werden die Teeblätter kurz erhitzt, um das Enzym Phenoloxidase zu deaktivieren, das sonst die Fermentation einleiten würde. Die charakteristische grüne Farbe bleibt so erhalten. Und nicht nur das: Grüner Tee zeichnet sich durch einen bedeutend höheren Polyphenolgehalt aus als Schwarztee aus – sekundäre Pflanzenstoffen, denen eine Vielzahl positiver Effekte auf das Immunsystem nachgesagt wird und die sogar Krebserkrankungen verhindern sollen. Ebenso wie schwarzer Tee enthält auch Grüntee Koffein – je länger er zieht, desto höher der Koffeingehalt. Zu den bekanntesten Grünteesorten zählen leicht-frischer Sencha (Japan, China, Taiwan), fein-herber Matcha (Japan), frisch-herber Gunpowder (China, Taiwan) und kräftig-rauchiger Chun Mee (China, Taiwan).

Platz 5: Rooibos

In Südafrika ist der Rooibos-Tee aus den Sträuchern des gleichnamigen Strauchs ein absolutes Nationalgetränk. Und auch hierzulande erfreut sich der milde Tee seit Jahren großer Beliebtheit – aktuell ist Deutschland sogar mit Abstand der größte Rooibos-Importeur der Welt. Was viele nicht wissen: Der Strauch, der zur Gattung der Hülsenfrüchtler zählt, ist ein echtes Sensibelchen, das nur an einem einzigen Ort auf dem Planeten Erde wächst: in den südafrikanischen Zederbergen, die nördlich von Kapstadt aufzufinden sind. Nachdem die jungen Zweige geerntet, zerkleinert, gequetscht und mit Wasser befeuchtet wurden, startet die Fermentation. Hierbei wechselt der Rooibos u.a. seine Farbe von Grün über Orange bis Dunkelrot. Anschließend wird er getrocknet und sterilisiert.

Rotbuschtee ist voll mit gesundheitsfördernden Polyphenolen bzw. Flavonoiden, die aktuellen Studien zufolge vor Arteriosklerose sowie Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Da Rooibos komplett koffeinfrei ist und einen nur milden Geschmack hat, gilt er auch als ideales Kindergetränk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.