Einwecken: Lebensmittel haltbar machen - Einfach gut kochen

Einwecken: Lebensmittel haltbar machen

Jetzt geht’s ans Eingemachte

Erdbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und Kirschen haben in unseren heimischen Gärten im Sommer Hochsaison. Aber auch Gemüse wie Tomaten, Paprika oder Gurken finden wir vom Sommer bis zum Herbst nahezu überall. Damit man auch noch deutlich später Freude an den leckeren regionalen Obst- und Gemüsesorten hat, können die Lieblinge ganz einfach haltbar gemacht werden. Wie’s geht, zeigen wir euch!

Einkochen, Einwecken, Einmachen – hä?

Im Grunde beschreiben alle drei das Gleiche: Obst, Gemüse und anderen Lebensmittel werden in Gläsern luftdicht verschlossen und dadurch lange haltbar gemacht.
Es gibt allerdings einen Unterscheid: Beim Einkochen oder Einwecken werden die frischen Lebensmittel direkt im Glas in einem Topf erhitzt und haltbar gemacht. Der Begriff Weckglas wird wiederum abgeleitet von den (Ein-)Weckgläsern, die eigens für’s Einkochen von Speisen von der Firma J. Weck erfunden wurden.
Beim Einmachen wird das Obst im Topf normal gekocht und heiß eingefüllt. Das ist vor allem bei Marmeladen und Konfitüren üblich.
Ihr merkt bestimmt schon – Einwecken ist nicht gleich Einwecken. Es gibt verschiedene Methoden Obst und Gemüse länger haltbar zu machen, aber dazu später mehr.

Doch zuerst sterilisieren!

Bevor es buchstäblich ans Eingemachte geht, solltet ihr eure Gläser und Deckel zuvor sterilisieren. Sauberkeit ist das A und O beim Einkochen von Lebensmittel! Denn sind einmal Keime oder Bakterien in oder an deinem Glas gelandet, können diese das Verderben eures vorzüglichen Inhalts verursachen. Daher empfehlen wir, die Gläser und Deckel vor Benutzung einmal richtig auszukochen. Dafür legt ihr eure Gläser in ein Wasserbad und lässt es für circa fünf Minuten kochen. Das Ganze funktioniert auch im Backofen: Stellt die Gläser dafür für ungefähr zehn Minuten einfach in einen vorgeheizten Backofen bei 140 °C – so einfach!
Die Deckel und Gummiringe sterilisiert ihr ganz leicht, indem ihr sie mit einem Schuss Essig in einem Wasserbad fünf Minuten lang zum Kochen bringt. Beides könnt ihr dann vorsichtig mit einer Zange herausnehmen, mit klarem Wasser abspülen und auf einem Geschirrtuch abkühlen lassen.

Das richtige Glas

Für’s Einwecken, Einkochen und Einfüllen verwendet ihr am Besten ein Weckglas oder ein Twist-off Glas.
Das Weckglas besteht aus dem Hohlglas, einem Deckel und einem Gummiring der zwischen Glas und Deckel gelegt wird. Außerdem liegen dem klassischen Weckglas immer Metallklammern bei, um das Gefäß beim Einkochen richtig verschließen zu können.
Beim Twist-off Glas handelt es sich um ein Hohlglas mit schraubbarem Decke aus Metall.

Einwecken im Kochtopf

Wie oben bereits angekündigt, gibt es mehrere Methoden eure Leckereien haltbar zu machen. Die wahrscheinlich bekannteste Methode des Einweckens ist die im Kochtopf. Mittlerweile gibt es auch spezielle Töpfe dazu, aber es funktioniert auch ohne. Dafür braucht ihr:

  • Gläser: am besten eignen sich Weck- oder Twist-off Gläser
  • einen großen Topf
  • ein Geschirrhandtuch
  • ggf. ein Thermometer
  1. Nach Rezept füllt man den Inhalt ins Glas und verschließt es fest. Bei einem Weckglas wird erst der Gummiring auf das Glas gelegt, dann der Deckel und zum Schluss wird alles mit der Metallklammer gesichert. Bei einem Twist-off Glas wird der Deckel einfach zugeschraubt.
  2. Legt in euren Topf ein Geschirrhandtuch, denn die Gläser sollten nicht direkt auf dem Topfboden stehen. Wenn ihr einen Einkochtopf habt, könnt ihr das Geschirrhandtuch weglassen, denn das eingebaute Gitter verhindert, dass die Gläser den Boden erreichen.
  3. Stellt die Gläser in den Topf. Nun füllt ihr Wasser in den Topf, so viel, dass das Glas nicht ganz bedeckt wird. Auf den Herd stellen und den Inhalt zum Kochen bringen.
  4. Das Einkochen beginnt sobald der Inhalt in den Gläsern anfängt Bläschen zu bilden. Durch die Erhitzung dehnt sich der Inhalt aus. Im Glas entsteht jetzt ein Überdruck der über den Deckel entweichen können muss. Temperatur und Länge des Einkochens richten sich nach dem Inhalt. Das Thermometer hilft euch dabei, die Temperatur im Blick zu behalten.
  5. Wenn die Einweckzeit erreicht ist, wird das Glas vorsichtig aus dem Topf genommen und auf ein Kuchengitter gestellt. So kann das Glas in Ruhe abkühlen.
    Das Glas zieht sich jetzt wieder zusammen und ein Unterdruck im Glas entsteht. Von außen presst der Luftdruck den Deckel fest ans Glas.
    Dass eure Leckereien richtig eingeweckt sind erkennt ihr ganz einfach durch eine kleine Probe: Löst die Klammern am Weckglas und testet ob sich das Glas am Deckel hochheben lässt – bleibt es fest verschlossen hat alles geklappt. Beim Twist-off Glas erkennt ihr den Einweckvorgang am leicht nach innen gewölbten Deckel.

Einwecken im Backofen

Eine weitere Methode das leckere Obst und Gemüse lange genießbar zu machen, ist das Einkochen im Backofen. Das funktioniert genauso gut und ähnlich wie im Topf.

Hierzu braucht ihr:

  • Gläser zum Einwecken
  • eine Fettpfanne
  • ein Geschirrhandtuch

Das Geschirrhandtuch wird wie in den Topf in Fettpfanne gelegt, dann kommen die Gläser mit Inhalt dazu. Für den Einkochvorgang wird die Fettpfanne mit Wasser gefüllt und auf die unterste Schiene im Backofen geschoben. So wird dein Inhalt im Backofen haltbar gemacht.
Oft wird Obst bei 50-160 Grad und Gemüse bei 190-200 Grad eingekocht. Die Einkochzeit beginnt auch hier sobald du das Kochen in den Gläsern siehst. Haltet euch unbedingt an das vorliegendes Rezept.

Marmelade und Konfitüre einfüllen

Auch wenn es klassischerweise nicht zum Einkochen gehört, wollen wir euch das Einfüllen von Marmelade und Konfitüre nicht vorenthalten.
Denn bei der selbstgemachten Marmelade oder auch Konfitüre funktioniert das „Lange-haltbar-machen“ etwas anders: Die Zutaten werden in einem Topf gekocht und dann ins Glas eingefüllt.

Dafür braucht ihr:

  • Gläser zum Einfüllen
  • einen hohen Kochtopf
  • Schaumlöffel
  • ggf. ein Geschirrhandtuch

Verwendet beim Marmelade machen am Besten einen hohen, großen Topf. Da die Frucht wahrscheinlich viele Blasen werfen wird, bleibt dein Gekochtes im Topf und spritzt nicht so schnell heraus. Außerdem fällt das Rühren einfacher.
Deine Lieblingsfrüchte werden nach dem Putzen, Schälen und Kleinschneiden ganz einfach im Topf auf dem Herd mit den anderen Zutaten z. B. dem Gelierzucker nach Rezept erhitzt und aufgekocht. Je nach Geschmack und Rezept könnt ihr zum Süßen auch beispielsweise Honig oder Agavendicksaft verwenden. Oder wie wär’s mit etwas Chili oder Rosmarin für die besondere Note? Probiert’s einfach aus! Bildet sich während des Einkochens Schaum es sich entferne diesen mit dem Schaumlöffel.
Damit ihr lange Freude an der Marmelade habt, verwendet ausschließlich frisches Obst, überreifes könnte gären und der Fruchtaufstrich somit verderben!

Wenn die Einkochzeit eures Obstes erreicht ist, wird der Inhalt sofort in die Gläser gefüllt. Ihr könnt die Gläser bis zum Rand füllen, danach die Gläser schnell verschließen und auf den Kopf stellen, abkühlen und fest werden lassen – fertig!

Tipp: Damit die Gläser durch die Hitze nicht zerspringen, spült die Gläser kurz davor heiß aus und stellt diese dann zum Befüllen auf ein nasses Geschirrhandtuch.
Kirschen, Erdbeeren oder Himbeeren sind sehr beliebte Früchte um sie zur Marmelade zu verarbeiten, aber auch das herzhafte Herz kann beim Einmachen glücklich gemacht werden. Denn auch Tomaten lassen sich sehr gut kochen und haltbar machen. Klingt auf im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich, aber probiert es bei Gelegenheit einfach mal aus und stellt es z. B. beim nächsten Grillabend mit auf den Tisch – ihr werdet nichts anderes mehr zu eurer Grillwurst essen wollen, als euren selbstgemachten Ketchup.
Ein kleiner Fakt am Rande: Wusstet ihr, dass sich laut EU-Norm nur ein Fruchtaufstrich aus Zitrusfrüchte Marmelade nennen darf? Alle weiteren Obstsorten sind nach EU-Norm Konfitüren. Gelees werden im Übrigen aus dem Fruchtsaft hergestellt.

Die richtige Lagerung

Damit die Freude über euer selbst Eingekochtes auch lange hält, lagert eure Gläser unbedingt kühl, trocken und dunkel. So wird die Haltbarkeit optimal gewährleistet.
Der Deckel muss fest am Weckglas sitzen und der Schraubdeckel bei einem Twist-off Glas sollte auf jeden Fall ein aufploppendes Geräusch machen, wenn ihr es zum ersten Mal öffnet.

Tipp: Schaut in regelmäßigen Abständen nach, ob euer Eingekochtes noch gut verschlossen ist. Wenn sich der Deckel vom Einweckglas einfach löst oder sich der Deckel wölbt ist das ein Zeichen dafür, dass sich Gase gebildet haben – dann bitte ganz schnell weg damit – euer Obst und Gemüse ist dann leider verdorben.
Das Besondere und Tolle ist vor allem, dass man selbst bestimmen kann, was in die kleinen Gläschen gefüllt wird: Nach den eigenen Vorlieben könnt ihr Würzen, Salzen oder Süßen – ganz nach eurem Geschmack. Viel Spaß beim Ausprobieren und selbst Einwecken!

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